Inside Leg Hang im Pole Dance
Der Inside Leg Hang ist eine zentrale Haltefigur an der Stange, die durch das präzise Einhaken des inneren Beins getragen wird.
Wer die ersten Inverts sicher beherrscht und sich Kopfüber wohlfühlt, trifft rasch auf eine der bekanntesten und wichtigsten Haltepositionen im Pole Sport. Diese Figur ist nicht nur ein eleganter Blickfang für sich, sondern bildet auch das verbindende Element für dynamische Übergänge, Abfaller und komplexe Figurenfolgen.

Bei diesem Element hält sich der gesamte Körper kopfüber an der Stange, während primär die innere Kniekehle sowie der seitliche Rumpf den tragenden Grip übernehmen. Im Pole Dance wird diese Position als Inside Leg Hang bezeichnet. Damit die Ausführung stabil, elegant und vor allem schmerzarm gelingt, braucht es ein genaues Verständnis für die Biomechanik, den Druck und die korrekte Platzierung des Körpers.
Was bedeutet Inside Leg Hang?
Um die Figur korrekt auszuführen, ist das Verständnis der Bezeichnungen an der Stange essenziell. Welches Bein als innen oder außen gilt, hängt stets von der Position des Körpers zur Stange vor dem Einstieg ab. Bei einer seitlichen Ausrichtung oder nach einem klassischen Invert ist das innere Bein jenes, das sich näher an der Pole befindet.
Beim Einhaken des inneren Beins wandert diese Kniekehle fest an die Stange. Das Bein umschlingt die Pole so, dass der Oberschenkel und die Wade einen festen Kontakt bilden. Der Halt entsteht dabei durch die Kompression des Gewebes in der Kniekehle in Kombination mit der Reibung der nackten Haut. Gleichzeitig ist ein Kontaktpunkt die Rumpfseite zwischen Rippenbogen und Beckenknochen. Das äußere Bein wird elegant nach hinten gestreckt, was der Figur ihre charakteristische, geschwungene Silhouette verleiht.
Sicherer Halt
Ein sauber aufgebauter Bewegungsablauf verhindert unnötigen Kraftverlust und sorgt dafür, dass der Körper punktgenau in der richtigen Position einrastet. Die Ausführung lässt sich in wenige, klar definierte Abschnitte gliedern.
Der erste Schritt führt über einen kontrollierten Invert in die Chopper Position. Hierbei befindet sich der Körper kopfüber, das Becken ist über die Schulterlinie gekippt, und die Beine sind gestreckt. Es ist entscheidend, diese Ausgangslage ruhig und ohne Hektik zu stabilisieren, bevor der Übergang eingeleitet wird.
Im zweiten Schritt wird das innere Bein gezielt zur Stange geführt. Die Kniekehle wird oberhalb der Hände fest an die Pole Dance Stange eingehakt. Wichtig ist hierbei, nicht nur mit dem Oberschenkel einzuhaken, sondern das Knie so tief wie möglich über die Stange zu schieben, damit die Kniekehle den maximalen Flächenkontakt hat. Sobald die Position stimmt, zieht die Wade aktiv in Richtung des Oberschenkels. Dieser aktive Verschluss ist der Schlüssel für die notwendige Stabilität.
Im dritten Schritt verlagert sich das Körpergewicht vollends in den Bein Grip. Das äußere Bein führt kontrolliert nach hinten unten. Währenddessen senkt sich der Oberkörper weiter ab, und die Hände können gelöst werden. Die Arme werden häufig nach hinten ausgestreckt, um die elegante Haltung der Figur zu unterstreichen und noch zusätzlichen Grip zwischen Oberkörper und Arm Innenseite zu erzeugen.
Grip und Schmerz
Ein Thema, das bei dieser Figur ausnahmslos alle Aktiven beschäftigt, ist die intensive Belastung der Haut in der Oberschenkel Innenseite und an der Taille. Der Inside Leg Hang erfordert im Pole Dance eine punktuelle Gewebekompression, die sich in den ersten Trainingswochen recht schmerzhaft anfüllen kann.
Die Haut an der Innenseite des Oberschenkels ist besonders empfindlich für Zug- und Druckreize. Es ist völlig normal, dass nach den ersten Versuchen kleine Pole Kisses entstehen. Mit zunehmender Praxis passt sich das Gewebe jedoch überraschend schnell an. Das Nervensystem lernt, den Druckreiz nicht mehr als Gefahrensignal einzuordnen, wodurch das Unbehagen deutlich nachlässt.
Damit der Inside Leg Hang sicher hält, ist der direkte Hautkontakt Grundvoraussetzung. Das Tragen einer kurzen Sporthose ist hierbei unverzichtbar, da Textilien auf dem Metall sofort abrutschen würden. Zudem sollte die Stange frei von Fett- und Schweißrückständen sein. Das regelmäßige Reinigen des Metalls mit Isopropanol sorgen für den nötigen Halt.
Typische Fehlerquellen
Wie bei vielen Shapes und Tricks entscheiden oft kleine Details darüber, ob die Position wie von selbst hält oder ob man mit extremer Anstrengung gegen das Abrutschen kämpfen muss.
Ein häufiger Fehler ist das zu flache Einhaken. Wenn nur die Wade an der Stange anliegt, fehlt die Hebelwirkung des Oberschenkels. Der Körper rutscht nach unten ab, weil der Kontaktpunkt zu klein ist. Das Inside Leg muss die Stange wirklich umschließen, fast so, als wollte man die Pole mit dem Bein festklemmen.
Ein weiterer Schwachpunkt liegt in einer erschlafften Körperspannung. Sobald das freie Bein nach hinten geführt wird, neigen viele dazu, den Rumpf komplett lockerzulassen. Das führt dazu, dass der seitliche Kontakt am Becken verloren geht. Die Rumpfmuskulatur und der Gesäßmuskel des freien Beins müssen aktiv angespannt bleiben, um die Stange einzuklemmen.
Auch das überhastete Lösen der Hände birgt Risiken. Die Hände sollten die Stange erst dann loslassen, wenn der Grip spürbar eingerastet ist und der Oberkörper stabil hängt. Ein schrittweises Abnehmen der Finger und langsames runterziehen der Hände gibt dem Gehirn die Zeit, die Rückmeldung des Beins zu verarbeiten.
Wichtige Vorübungen
Bevor die Figur frei in der Luft gehalten wird, empfiehlt es sich, die Ansteuerung am Boden zu simulieren. Man kann sich neben die Stange legen, ein Bein hochführen und das Einhaken sowie das aktive Anspannen der Innenseite des Oberschenkels in aller Ruhe erproben. Dadurch prägt sich das Anspannungsmuster ein, ohne dass man gleichzeitig gegen die Schwerkraft kämpfen muss.
Für die ersten Versuche ist eine erfahrene Hilfestellung durch die Lehrkraft von unschätzbarem Wert. Der Trainer kann das Becken stützen, die Führung korrigieren und beim Hineingleiten in den Griff assistieren.
Ausdauer und Präzision
Die Kombination aus gezieltem Körpereinsatz, präziser Platzierung des Inside Legs und solider Körperspannung macht die Figur zu einem echten Pole Dance Klassiker.
Auch wenn die Haut zu Beginn schmerzt und der Bewegungsablauf etwas Geduld erfordert ist das Gefühl schwerelos und sicher kopfüber an der Stange zu hängen entschädigend für jeden Aufwand. Wer die Grundlagen Schritt für Schritt erarbeitet, meistert den Inside Leg Hang als verlässliche Pole Dance Base für viele weitere spektakuläre Figuren.
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