top of page

Poledance Griffarten

  • 19. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Die häufigsten Griffe beim Pole sind:

  • Basic Grip

  • Full Bracket Grip

  • Cup Grip

  • Twisted Grip



Poledance ist eine Sportart, die physikalische Gesetze wie Reibung, Hebelwirkung und Fliehkraft nutzt, um ästhetische Figuren in der Luft zu halten. Die einzige Verbindung zwischen deinem Körper und dem Sportgerät sind dabei oft nur deine Handflächen. Deshalb ist das Verständnis für verschiedene Poledance Griffe nicht nur eine technische Spielerei, sondern die absolute Basis für Sicherheit und Fortschritt im Training.


Flexibler Poledance Mann
 

Jeder Griff hat seine eigene Funktion und beansprucht unterschiedliche Muskelgruppen im Unterarm, in der Schulter und im Handgelenk. Während einige Griffe darauf ausgelegt sind, dich sicher nach oben zu ziehen, dienen andere dazu, den Körper von der Stange wegzudrücken oder eine stabile Achse für Spins zu bilden. In diesem Beitrag tauchen wir tief in die Welt der Grifftechniken ein. Wir erklären dir, welche Varianten es gibt, wann du sie einsetzt und wie du deine Griffkraft gezielt trainieren kannst, um Verletzungen vorzubeugen und deine Performance zu verbessern.



Der klassische Basic Grip

Der Einstieg in die Welt des Pole


Der wohl bekannteste Poledance Griff ist der Basic Grip. Hierbei greifen beide Hände die Stange so, wie man einen Schläger oder einen Ast halten würde. Die Daumen umschließen die Pole und die Finger liegen fest an. Dieser Griff ist intuitiv und wird vor allem für einfache Spins und das Klettern verwendet. Er bietet eine hervorragende Zugkraft, da die gesamte Handfläche das Metall umschließt.


Wichtig bei diesen Griff ist die korrekte Position der Handgelenke. Viele Anfänger neigen dazu, die Handgelenke abzuknicken, was langfristig zu Schmerzen oder Sehnenreizungen führen kann. Die Kraft sollte aus dem gesamten Unterarm kommen, während das Handgelenk eine gerade Verlängerung des Arms bildet. Zudem ist es ratsam, die Hände nicht zu verkrampfen. Ein zu fester Griff führt schneller zur Ermüdung der Muskulatur. Das Ziel ist ein sicherer Verschluss, der genug Reibung erzeugt, ohne die Blutzufuhr zu den Fingern zu unterbrechen.



Der Full Bracket Grip

Maximale Stabilität und Distanz


Wenn es darum geht, den Körper in einer stabilen Position von der Stange wegzudrücken, ist der Full Bracket Grip die erste Wahl. Bei diesem Griff zeigt die obere Hand im Basic Grip nach oben, während die untere Hand tiefer an der Stange platziert wird. Die Besonderheit liegt in der unteren Hand: Der Zeigefinger (safety Finger) zeigt meist nach unten entlang der Stange, während die restlichen Finger und der Daumen die Pole umschließen. Dieser Griff erzeugt einen sogenannten Push Pull Effekt. Die obere Hand zieht den Körper nach oben, während die untere Hand den Körper von der Stange wegdrückt.


Diese Technik ist essenziell für Figuren wie den Boomberang oder verschiedene Posen, bei denen der Körper horizontal zur Stange ausgerichtet ist. Die Belastung auf das untere Handgelenk ist bei diesem Griff jedoch recht hoch. Deshalb ist es wichtig, dass der Druck über den Handballen und den gestreckten Arm in die Schulter geleitet wird. Ein stabiler Full Bracket Grip erfordert eine starke Schulterblattfixierung. Nur wenn die Schulter aktiv nach unten gezogen wird, kann die nötige Stabilität entstehen, um das Körpergewicht sicher zu halten.



Eleganz und Technik beim Twisted Grip


Der Twisted Grip gehört zu den fortgeschrittenen Techniken und ist oft Gegenstand hitziger Diskussionen in der Poledance Community. Hierbei wird der obere Arm eingedreht, sodass der Handrücken zur Stange zeigt und der Daumen nach unten weist. Diese Position ermöglicht eine enorme Hebelwirkung und macht es einfacher, den Körper in schwierige Inverts wie den Handspring zu heben. Viele Profis schätzen diesen Griff, weil er eine sehr feste Arretierung bietet und weniger reine Kraft aus dem Bizeps erfordert.


Allerdings ist bei diesem Poledance Griff besondere Vorsicht geboten. Die eingedrehte Position der Schulter ist anatomisch gesehen eine instabile Lage. Wenn die Muskulatur um das Schultergelenk nicht stark genug ist, um den Oberarmkopf sicher in der Pfanne zu halten, steigt das Verletzungsrisiko für die Rotatorenmanschette.


Daher sollte der Twisted Grip erst trainiert werden, wenn eine solide Basis an Kraft und Körperbeherrschung vorhanden ist. In modernen Trainingskonzepten wird oft empfohlen, diesen Griff nicht ausschließlich zu nutzen, sondern ihn mit anderen Griffarten abzuwechseln, um eine einseitige Belastung zu vermeiden.



Der Cup Grip

Alternative für fließende Übergänge


Der Cup Grip ist eine Griffvariante, bei der alle Finger einschließlich des Daumens auf der gleichen Seite der Stange liegen. Die Hand bildet eine Art Schale oder Becher, der die Pole umschließt. Dieser Griff wird häufig für dynamische Übergänge oder beim Abgang von der Stange verwendet. Er bietet weniger Sicherheit als ein umschließender Griff, ermöglicht aber einen schnelleren Wechsel der Handposition, da der Daumen nicht erst gelöst werden muss.


Da der Daumen hier keinen Gegendruck bietet, muss die restliche Handmuskulatur deutlich mehr leisten. Dieser Griff erfordert eine hohe Reibung zwischen Handfläche und Metall. Viele nutzen den Cup Grip auch für Kraftübungen, um die Fingerkraft gezielt zu stärken. In einer Choreografie sorgt er für eine elegante Optik, da die Handlinie nicht durch den umschließenden Daumen unterbrochen wird. Es ist jedoch wichtig, diesen Griff nur bei Figuren einzusetzen, bei denen man sich nicht ausschließlich an den Händen hält, sondern auch Kontaktpunkte an den Beinen oder am Oberkörper nutzt.



Herausforderungen durch Schweiß und Materialbeschaffenheit


Ein Thema, das untrennbar mit der Qualität der Poledance Griffe verbunden ist, ist die Beschaffenheit der Hände. Wer mit Pole startet, kennt das Problem der schwitzigen Hände, besonders bei sommerlichen Temperaturen oder bei großer Aufregung vor einer neuen Figur. Schweiß wirkt wie ein Schmiermittel auf dem glatten Metall und kann selbst den besten Griff zunichtemachen. Hier helfen verschiedene Grip Mittel um die Handflächen trocken zu halten.


Ebenso spielt das Material der Stange eine Rolle. Chromstangen sind sehr glatt und erfordern oft mehr Griffkraft als Stangen aus Edelstahl oder Messing, die von Natur aus etwas mehr Grip bieten. Auch die Dicke der Stange beeinflusst, wie sicher man zugreifen kann. Menschen mit kleineren Händen bevorzugen oft Stangen mit einem Durchmesser von 40mm, während größere Hände an 45 oder 50mm Stangen einen besseren Hebel finden. Das regelmäßige Reinigen der Stange mit Reinigungsalkohol ist zudem Pflicht, um Fettrückstände zu entfernen und die Reibung zu optimieren.



Die Bedeutung von Griffkraft und Unterarmtraining


Um die verschiedenen Poledance Griffe sicher zu beherrschen, ist ein gezieltes Training der Griffkraft unerlässlich. Die Unterarmmuskulatur ist für das Schließen der Hand und die Stabilisierung des Handgelenks verantwortlich. Viele Sportler ergänzen ihr Training an der Stange durch Übungen oder durch das einfache Hängen an einer Klimmzugstange. Auch das Kneten von Therapieknete oder das Training mit einer sogenannten Powerball Kugel kann helfen, die Ausdauer der Fingermuskulatur zu steigern.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Flexibilität der Handgelenke. Da beim Poledance oft hohe Druck und Zugkräfte wirken, sollten die Handgelenke regelmäßig mobilisiert und gedehnt werden. Ein kurzes Warm Up für die Hände vor jeder Stunde ist ebenso wichtig wie das Aufwärmen der Beine oder des Rückens. Kreisende Bewegungen und leichtes Dehnen der Unterarme bereiten die Sehnen auf die kommende Belastung vor und senken das Risiko für Überlastungserscheinungen wie den Tennisarm oder Entzündungen im Handgelenk.



Die Hand als Schlüssel zum Erfolg


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Poledance Griffe das Fundament jeder Bewegung an der Stange bilden. Von der intuitiven Einfachheit des Basic Grips bis zur technischen Komplexität des Twisted Grips bietet jede Griffart spezifische Vorteile und Herausforderungen. Wer sich die Zeit nimmt, die Technik hinter den Griffen zu verstehen und seine Griffkraft geduldig aufzubauen, wird mit einer deutlich höheren Sicherheit und Eleganz belohnt.


Lass dich nicht entmutigen, wenn deine Hände am Anfang schnell müde werden oder du das Gefühl hast, ständig abzurutschen. Griffkraft entwickelt sich oft langsamer als die Kraft im Bizeps oder in den Beinen. Mit der Zeit wirst du ein feines Gespür dafür entwickeln, welcher Griff für welche Figur am besten geeignet ist. Vertraue auf den Prozess, achte auf die Signale deines Körpers und genieße das Gefühl, wenn deine Hände die Stange immer sicherer umschließen.




Folge uns gerne auf Instagram und verschaffe dir einen Einblick über die Vielfalt von Poledance, Polesport, Tanzkursen, Yoga und vieles mehr.

bottom of page