Was ist ein Poledancer? Ein Blick hinter die Kulissen einer modernen Sportart
- galaxypoledance
- 1. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Ein Poledancer ist ein moderner Allround-Athlet, der Kraft mit Eleganz, Disziplin mit Kreativität und Mut mit Ausdauer verbindet.
Wenn der Begriff Poledancer fällt, haben viele Menschen sofort ein Bild im Kopf. Doch dieses Bild ist oft geprägt von veralteten Klischees, Hollywood-Filmen oder oberflächlichen Social-Media-Eindrücken. Die Realität in den Studios weltweit sieht jedoch ganz anders aus. Wer heute die vertikale Stange als sein Trainingsgerät wählt, ist Teil einer rasant wachsenden, weltweiten Bewegung, die Sport, Kunst und persönliche Weiterentwicklung auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

In diesem Beitrag gehen wir der Frage auf den Grund: Was ist ein Poledancer eigentlich? Wir beleuchten die physischen Anforderungen, die mentale Einstellung und die Vielfalt einer Community, die sich über alle Grenzen von Alter, Geschlecht und Körperbau hinwegsetzt. Es ist an der Zeit, die Definition zu erweitern und die wahre Athletik und Hingabe hinter diesem Begriff zu verstehen.
Die Anatomie der Bewegung:
Der Poledancer als Athlet
Im Kern ist ein Poledancer ein Athlet, der die Gesetze der Schwerkraft herausfordert. Das Training an der vertikalen Stange erfordert eine Kombination aus Kraft, Ausdauer und Flexibilität, die in kaum einer anderen Sportart in dieser Intensität zusammenkommt.
Kraft aus der Mitte
Ein Poledancer nutzt seinen gesamten Körper, um sich an der Stange zu halten, hochzuklettern oder komplexe Figuren auszuführen. Dabei steht die funktionale Kraft im Vordergrund. Besonders die Tiefenmuskulatur im Rumpf (Core) wird massiv gefordert. Jeder Spin und jeder Hold verlangt eine perfekte Körperspannung. Wer regelmäßig trainiert, entwickelt eine beeindruckende Definition der Rücken-, Schulter- und Armmuskulatur, ohne dabei die Beweglichkeit zu verlieren.
Flexibilität als Werkzeug
Kraft allein reicht nicht aus. Ein Poledancer arbeitet kontinuierlich an seiner Mobilität. Figuren mit Spagaten an der Stange oder tiefe Rückbeugen (Backbends) sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern erfordern jahrelanges, diszipliniertes Training. Diese Flexibilität ist aktiv – das bedeutet, der Poledancer muss die Kraft haben, sein Bein oder seinen Rücken in einer extremen Dehnung selbstständig zu kontrollieren und zu halten.
Koordination und Balance
Die Koordination ist vielleicht die unterschätzteste Fähigkeit. Ein Poledancer muss Arme, Beine und Rumpf gleichzeitig steuern, während er sich oft kopfüber befindet oder sich schnell um die eigene Achse dreht. Das Gleichgewichtsorgan wird hierbei ständig gefordert, was zu einer außergewöhnlichen Körperbeherrschung führt.
Der Geist hinter der Kraft:
Resilienz und Fokus
Was einen Poledancer wirklich ausmacht, findet oft im Kopf statt. Es ist die mentale Einstellung, die über Erfolg oder Misserfolg an der Stange entscheidet.
Niemand wird als Profi geboren. Ein Poledancer verbringt Stunden, Wochen oder sogar Monate damit, einen einzigen Trick zu perfektionieren. Das ständige Scheitern – das Abrutschen, der fehlende Halt oder die mangelnde Kraft – gehört zum Alltag.
Ein Poledancer lernt, dieses Scheitern nicht als Niederlage, sondern als notwendigen Schritt im Lernprozess zu begreifen. Diese Resilienz, die im Studio aufgebaut wird, überträgt sich oft auf das gesamte Leben. Es ist kein Geheimnis, dassPoledance schmerzhaft sein kann. Der Hautkontakt mit der Stange ist für den Halt notwendig, führt aber gerade zu Beginn zu blauen Flecken, den sogenannten Pole Kisses.
Ein Poledancer akzeptiert diesen physischen Aspekt als Teil des Weges. Es erfordert eine gewisse Hingabe, sich immer wieder den Herausforderungen zu stellen, bis die Haut und das Gewebe sich an die Belastung gewöhnt haben.
Kunst und Ausdruck:
Der Poledancer als Performer
Neben dem sportlichen Aspekt ist Poledance immer auch eine Form des Ausdrucks. Ein Poledancer ist ein Geschichtenerzähler, der seinen Körper nutzt, um Emotionen und Musik zu interpretieren.
Vielfalt der Stile
Es gibt nicht den einen Weg, ein Poledancer zu sein. Ein moderner Poledancer findet oft seine eigene Nische oder kombiniert diese Stile zu seinem ganz persönlichen Ausdruck. Die Szene ist in verschiedene Richtungen unterteilt, die alle ihre eigene Berechtigung haben:
Pole Sport | Hier liegt der Fokus auf akrobatischen Höchstleistungen, technischer Präzision und einem wettkampforientierten Regelwerk. |
Artistic Pole | Hier steht die künstlerische Interpretation, das Storytelling und die Verbindung zum zeitgenössischen Tanz im Vordergrund. |
Exotic Pole | Dieser Stil betont die fließenden Bewegungen, die Ästhetik und oft das Tanzen in speziellen High Heels. Er erfordert eine enorme Kraft in den Beinen und eine ausgeprägte Musikalität. |
Ein Sport für wirklich jeden:
Die Inklusivität der Szene
In den Studios weltweit sieht man Menschen jeder Figur. Die Vorstellung, dass man bereits schlank oder muskulös sein muss, um zu beginnen, ist ein Mythos. Ein Poledancer wird durch den Sport geformt, er muss nicht bereits geformt sein, um anzufangen. Die Stange trägt jeden, und der Fortschritt wird individuell gemessen.
Unabhängig vom Alter
Es gibt Poledancer, die im Kindesalter beginnen, und solche, die erst mit 50 oder 60 Jahren ihre Leidenschaft entdecken. Das Alter spielt eine untergeordnete Rolle, da das Training hochgradig skalierbar ist. Es geht darum, die eigenen Grenzen zu verschieben, nicht die eines anderen.
Eine unterstützende Gemeinschaft
Die Community ist bekannt für ihren Zusammenhalt. Ein Poledancer feuert seine Mitschüler an, hilft beim Sichern von schwierigen Figuren und teilt die Freude über erreichte Meilensteine. Diese soziale Komponente macht das Training zu weit mehr als nur einem Besuch im Fitnessstudio. Es ist ein Ort der Zugehörigkeit.
Die Evolution des Begriffs
Der Begriff Poledancer hat eine beeindruckende Transformation durchlaufen. Von den Jahrmärkten des frühen 20. Jahrhunderts über die Clubszene bis hin zum anerkannten Leistungssport und zur Kunstform. Heute wird weltweit darüber diskutiert, Poledance als olympische Disziplin anzuerkennen.
Wer sich heute als Poledancer bezeichnet, tut dies meist mit Stolz. Es ist die Anerkennung der eigenen harten Arbeit, der Tränen der Frustration und der Momente des puren Triumphs, wenn eine Figur zum ersten Mal gelingt. Es ist die Identität einer Person, die sich traut, anders zu sein, die Schwerkraft herauszufordern und die Kontrolle über ihren eigenen Körper und ihr Leben zu übernehmen.
Was ist also ein Poledancer?
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Poledancer ist ein moderner Allround-Athlet. Es ist eine Person, die Kraft mit Eleganz, Disziplin mit Kreativität und Mut mit Ausdauer verbindet. Es ist jemand, der sich nicht von Vorurteilen bremsen lässt und der verstanden hat, dass der Körper zu weit mehr fähig ist, als man im Alltag oft glaubt.
Ein Poledancer zu sein bedeutet, sich auf eine lebenslange Reise des Lernens einzulassen. Es gibt immer einen neuen Move, eine schönere Linie oder eine flüssigere Combo zu entdecken. Es ist ein Sport, der den Körper stärkt, den Geist schärft und das Selbstvertrauen revolutioniert.
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