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Pole Dance Hose lang oder kurz?

21. Aug.
4 Min. Lesezeit

Während kurze Hosen mehr Grip und die nötige Sicherheit für bietet, ermöglichen lange Hosen bei Choreografien ein reibungsfreies Gleiten.


Wer neu im Pole Dance einsteigt und die passende Kleidung für den nächsten Kurs zusammenstellt, steht schnell vor einer ganz praktischen Frage hinsichtlich des passenden Outfits. Die Wahl nach der richtigen Pole Dance Kleidug steht auf dem Plan, aber was eignet sich am besten und nach welchen Kriterien sollte die Wahl getroffen werden?


Pole Dance Hose
 

Die Wahl des richtigen Unterteils ist keineswegs reine Geschmackssache oder eine Frage der Optik. Sie nimmt direkten Einfluss auf den Grip an der Stange, die Bewegungsfreiheit, den Trainingskomfort und letztlich auch auf die eigene Sicherheit bei der Ausführung von Figuren.


Um zu verstehen, wann welches Kleidungsstück die beste Wahl darstellt, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Sports und die unterschiedlichen Trainingsstile.



Mehr Haut gleich mehr Halt

Um die Funktion der passenden Kleidung zu verstehen, muss man sich das grundlegende Funktionsprinzip der Sportart vor Augen führen. Der nötige Halt, in der Fachsprache als Grip bezeichnet, entsteht bei den meisten akrobatischen Elementen durch den direkten Kontakt zwischen der Haut und der Pole Dance Stange. Stoffe wie Baumwolle, Polyester oder Elasthan besitzen auf glatten Metalloberflächen einen extrem niedrigen Reibungskoeffizienten. Das bedeutet, dass Textilien auf der Stange rutschen und kaum Halt bieten.


Aus diesem Grund gilt im Training die goldene Regel:

Je mehr Haut zur Verfügung steht, desto besser ist der Grip.

Eine kurze Pole Dance Hose, die die Oberschenkel, die Kniekehlen und die Waden komplett frei lässt, ist für das Erlernen neuer Figuren und Klettertechniken der Standard. Besonders bei Positionen, bei denen das gesamte Körpergewicht ausschließlich über den Kontakt der Beine gehalten wird ist der direkte Hautkontakt unverzichtbar. Die natürliche Feuchtigkeit und Beschaffenheit der Haut erzeugt die notwendige Reibung, die das Abrutschen verhindert. Wer in diesen Trainingsphasen eine lange Hose trägt riskiert den Halt zu verlieren und sich unnötig zu überanstrengen.



Lange Hose

Obwohl freie Haut für maximale Haftung sorgt, gibt es Trainingssituationen und Stilrichtungen, bei denen lange Beinkleidung nicht nur möglich, sondern sogar ausdrücklich von Vorteil ist. Insbesondere bei flowigenChoreografien, auch Exotic Pole genannt, greifen viele Pole Dancer bevorzugt zu einer langen Variante.


Der Grund dafür liegt in der gezielten Reduzierung der Reibung. Während man bei akrobatischen Haltefiguren möglichst fest an der Stange kleben möchte, ist bei tänzerischen Übergängen und Drehungen oft das genaue Gegenteil erwünscht. Bei fließenden Bewegungsabläufen, bei denen der Körper sanft um die Stange gleiten oder sanft über den Studioboden rutschen soll, kann zu viel Grip störend wirken.


Eine lange Hose aus geschmeidigem Material verhindert das Hängenbleiben der Haut und ermöglicht ein unterbrechungsfreies, elegantes Gleiten. Darüber hinaus schützt eine lange Hose die Haut bei intensiven Einheiten mit viel Floorwork vor Reibung und leichten Schürfungen. Wer viele Spins nahe am Boden ausführt oder Übergänge erprobt, profitiert von der schützenden Schicht des Stoffs. Zudem hält eine lange Bein Bekleidung die Muskulatur und die Gelenke während der Aufwärmphase oder bei ruhigeren Einheiten angenehm warm, was das Verletzungsrisiko senken kann.



Social Media vs. Realität

Auf Plattformen wie Instagram oder TikTok sieht man immer wieder beeindruckende Videos, in denen erfahrene Athleten hochkomplexe Tricks und Inverts mühelos in einer langen Hose oder in vollständig langer Kleidung präsentieren. Für Pole Dance Anfänger kann dieser Anblick verwirrend sein und zu dem Trugschluss führen, dass Hautkontakt gar nicht nötig sei.


Die Erklärung für dieses Phänomen liegt im hohen Erfahrungsschatz und der ausgeprägten Körperbeherrschung der Profis. Erfahrene Sportler kennen ihren Körper und die Biomechanik jeder einzelnen Figur bis ins kleinste Detail. Sie wissen exakt, an welchen Stellen der Stange in diesem konkreten Moment Haftung erforderlich ist und wo auf direkten Grip verzichtet werden kann. Jedoch gleichen sie fehlenden Halt durch eine enorme Muskelkraft aus. Wenn die Reibung durch den Stoff der Hose wegfällt, kompensieren sie dies durch gesteigerten Händedruck, gezielte Körperspannung und eine präzise Gewichtsverlagerung.


Auch die Wahl spezieller Materialien spielt eine Rolle. Auf dem Markt gibt es spezielle Grip Leggings mit Silikonbeschichtungen, die trotz ihrer Länge extremen Halt an der Stange bieten. Für Einsteigende ist es jedoch ratsam, die Grundlagen zunächst mit kurzer Kleidung zu erlernen, um die reine Technik sauber aufzubauen, anstatt fehlenden Grip durch verkrampfte Muskelkraft ausgleichen zu müssen.



Kriterien für die Auswahl

Egal ob die Entscheidung auf eine kurze oder eine lange Variante fällt, sollten bei der Studioausstattung und der Kleidungsauswahl einige wesentliche Qualitätsmerkmale beachtet werden:


  • Der Schnitt muss eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit garantieren. Bündchen dürfen nicht einschneiden und der Stoff sollte auch bei tiefen Splits oder komplexen perfekt sitzen, ohne zu verrutschen.


  • Das Material sollte atmungsaktiv, schnelltrocknend und elastisch sein. Synthetische Funktionsfasern leiten Schweiß effizient ab und behalten auch bei intensiven Einheiten ihre Form.

  • Für kurze Schnitte empfiehlt sich ein ergonomischer Sitz im Schrittbereich und an den Oberschenkeln, damit während des Workouts alles sicher verdeckt bleibt und volle Konzentration auf die Figur möglich ist.

  • Für lange Varianten empfiehlt sich ein glattes Material ohne störende Reißverschlüsse, Knöpfe oder dicke Nähte, die das Metall der Stange verkratzen oder auf der Haut drücken könnten.



Lang vs. kurz

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es kein pauschales Richtig oder Falsch bei der Längenwahl der Beinkleidung gibt. Die optimale Wahl hängt vielmehr vom jeweiligen Trainingsziel, dem eigenen Erfahrungsstand und der bevorzugten Stilrichtung ab.


Für das Erlernen neuer Akrobatikfiguren, das Training von Klettertechniken und alle Übungen, die maximale Sicherheit erfordern, bleibt die kurze Variante durch den direkten Hautkontakt die erste Wahl. Wer hingegen fließende Choreografien tanzt, den Floorwork Bereich erkundet oder den Körper beim Warmup warmhalten möchte, trifft mit einer langen Hose eine hervorragende Entscheidung. Die ideale Garberobe für das wöchentliche Training vereint daher meist beide Optionen.




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